vor 1200
Bodenfunde lassen darauf schließen, dass der Berg in ur- und frühgeschichtlicher Zeit begangen, möglicherweise auch besiedelt wurde. Die mittelalterliche Burganlage ist durch Bodenfunde und Mauerteile für das 12. Jahrhundert bezeugt.
um 1208
ist "Henricus capellanus noster de Blankenburg" Zeuge einer Rechtshandlung. Die Burg wird damit erstmals urkundlich erwähnt.
um 1234
und in den folgenden Jahren nennt sich ein Zweig der Grafen von Schwarzburg zugleich "Herren von Blankenburg, bisweilen auch "Grafen von Blankenburg". Die damalige Dynastenburg nahm den Nordwestteil des Bergplateaus ein.
1267
Erster urkundlicher Nachweis für das Bestehen der Wohnsiedlung Blankenburg.
1304
wird Günther XXI. von Schwarzburg-Blankenburg geboren. Er nahm 1341 den Herzog Albrecht von Mecklenburg gefangen und verwahrte ihn in der Burg. 1342 und 1345 war er führend an der "Thüringer Grafenfehde" gegen den Markgrafen Friedrich beteiligt.
1346
und in den nächsten Jahren befindet sich die Burg im gemeinschaftlichen Besitz zweier Grafen von Schwarzburg; es ist von "zwei Häusern Blankenburg" die Rede.
1349
Am 30. Januar wird Graf Günther XXI. von Schwarzburg-Blankenburg als Vertreter der bayrischen Partei vor den Toren der Stadt Frankfurt am Main zum deutschen König (Gegenkaiser Karl IV.) gewählt.
Am 14. Juni stirbt er, vermutlich an der Pest. Die Sage berichtet, sein Leibarzt Dr. Freidank habe ihn vergiftet. Die Burg wird Witwensitz.
1389
Graf Günther XXVIII., kaiserlicher Hofrichter auf dem Konzil zu Konstanz, verkauft die Stadt Saalfeld.
1448
Heinrich XXVI. nimmt im "Schwarzburgischen Hauskrieg", der sich mit dem "Sächsischen Bruderkrieg" verflocht, eine kurfürstliche Abteilung gefangen und lässt sie auf der Burg verwahren.
1497
ist die Burg, die seit Jahrzehnten nur noch zeitweilig als Grafenresidenz gedient hatte, noch in gutem baulichen Zustand. In der großen Hofstube wird ein Vergleich über Blankenburger Weinberge aufgesetzt.
1512
Asmus Seydel, der "in seiner Gnaden Schloss ein Aufruhr gemacht", kommt ins Burggefängnis.
1538
wird der Stadtknecht Melchior Leutloff, "wegen liederlichen Lebenswandels" in Strafe genommen und im Gefängnis der Burg verwahrt.
1548
besucht Graf Wolrad von Waldeck die Blankenburg und berichtet von ihrem bereits fortgeschrittenen Verfall. Nur zur Zeit der Weinlese wohnt noch der Amtmann von Rudolstadt im Kelterhause.
1571
ist die Burg schon sehr verfallen, dass Graf Albrecht VII. auf ihren Wiederaufbau verzichtet und das Schloss Rudolstadt zur Residenz seines Landesteiles bestimmt.
1630
berichtete Jovius in der Schwarzburger Chronik: "Dieses Haus ist lange nicht bewohnt und stehet nunmehr öde und wüste."
1642
Der Amtmann Wolf von Krakau berichtet, dass das alte Gebäude auf dem Berge unlängst über den Haufen gefallen ist. Der Bürgermeister von Blankenburg wird angewiesen, das Abfahren von Bauteilen der einstürzenden Gebäude zu verhindern.
1650
Auf einer Merian-Karte wird erstmals der Name Greifenstein genannt. Vorher wurde die Burg als Haus oder Schloss Blankenburg bezeichnet.
1664
Die Gefahr eines Einfalls der Türken führt zu einer Erneuerung alter Burganlagen in Deutschland. Die beiden Bastionen an der nordwestlichen Mauer der Burg Greifenstein entstanden wohl in dieser Zeit.
1785
Im Burggelände wird nach "Schätzen" gegraben. Ein Teil des dabei unterwühlten Bergfrieds stürzt am 20. August ein.
1788
Am 6. Juli besucht Friedrich Schiller den Greifenstein und vermerkt in einem Brief: "Gestern habe ich die schönen und ehrwürdigen Ruinen vom Schlosse Plankenburg gesehen, die größten, die mir noch vorgekommen sind. Es verlohnte sich wohl der Mühe, eine Zeichnung davon zu machen. Ich wünschte, nur einen Tag hier zuzubringen und mich ganz in die alte Ritterzeit hineinzuträumen."
1800
Am 9. November fällt der Turm vollkommen zusammen.
1805
stürzt auch der große turmartige Küchenschlot ein.
1821 bis 1898
Schrittweiser Wiederaufbau des als "Palas" bezeichneten Gebäudes.
1900
wird die "Burggemeinde Greifenstein e.V." gegründet, die die Sicherungsarbeiten an den Burgmauern, den endgültigen Ausbau des Palas sowie den Wiederaufbau des Bergfrieds betreibt.
1913
Das erste Auto erklimmt den Hausberg und der erste Zeppelin überfliegt die Burg.
1913/14
richtet der Thüringerwald-Verein Ritter-Festspiele auf der Burg aus. Dabei kommt das Schauspiel "Graf Günthers von Schwarzburg Kaiserwahl und Tod", von Georg Fritzschler, mehrmals zur Aufführung.
1925 bis 1928
Abschluss des Palasausbaus und Wiedererrichtung des Turmes.
1926
Der Hausberg und der angrenzende Kesselberg werden Naturschutzgebiet.
1962 bis 1975
Der Klub der Werktätigen Bad Blankenburg veranstaltet Burgfeste auf dem Greifenstein.
1965
wird der "Freundeskreis Burgruine Greifenstein" zum Zwecke der Erhaltung der denkmalgeschützten Burganlage gegründet. Seither regelmäßige Erhaltungs-, Sicherungs- und Pflegearbeiten.
1978 bis 1990
Mit dem Abschluss eines langfristigen Kommunalvertrages zwischen dem Rat der Stadt Bad Blankenburg (Rechtsträger) und örtlichen Betrieben werden umfangreiche Erhaltungsarbeiten am Mauerwerk, die Modernisierung des Gaststättenbereiches u. a. durchgeführt.
1984
ist die Standsicherheit des Restes der gotischen Burgkapelle so kritisch, dass gesprengt werden muss.
1990
besteht der Freundeskreis Burgruine Greifenstein 25 Jahre. Im gleichen Jahr geht aus diesem der Verein Greifenstein-Freunde e.V. hervor.
1992
Im Rahmen der 725-Jahrfeier der Stadt findet nach 16 Jahren wieder ein Burgfest statt, vorbereitet und durchgeführt von den Greifenstein-Freunden e.V. Der Thüringer Adler- und Falkenhof eröffnet und zeigt Flugvorführungen.
1992 bis heute
umfangreiche Rekonstruktions- und Sanierungsarbeiten zur Erhaltung der Burganlagen